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Warum Daumentechnik schießen? 


Text: Djingis (ohne Khan)

siehe hierzu das Video von Djingis zur Daumentechnik...

Diese Technik ist noch nicht so weit verbreitet und genießt daher eine gewisse Exklusivität :-). 

Gerd der Pfeilefresser

Vorteile der Daumentechnik

Die Daumentechnik (DT) bietet Vorteile gegenüber der mediterranen Technik (mT) 

- weil bei kurzen Bögen mit langem Auszug der Sehnenwinkel bei Vollauszug der Sehne sehr spitz wird; müssen dann zwei oder drei Finger der Zughand dort untergebracht werden, kann dies zu mehr oder weniger starken Druckeinwirkungen auf die Finger durch die Sehne und dem zwischen den Fingern befindlichen Pfeilschaft kommen, 

- weil bei schnell(er)en Pferden der Pfeil durch den „Fahrtwind“ an den Bogen, und nicht wie bei der mT vom Bogen weg gedrückt wird, 

- weil es bei der DT nicht zu Verletzungen des Bogenbauches und des Handrückes der Bogenhand beim Nachladen des Pfeiles kommen kann; denn der Pfeil muss nicht zwischen Sehne und Bogenarm durchgesteckt werden und somit sticht die Pfeilspitze weder in die Hand, noch in den Bogen, wie es bei der mediterranen Technik immer wieder vorkommt,

- weil auf Grund der anatomischen Verhältnisse (Zugfinger näher am Bogen als der Zugdaumen) ohne Änderung des Zugverhaltens die DT ca. 1 Zoll mehr Auszugslänge bringt*.

* Diese  Aussage  bezieht sich auf die Verwendung von Reiterbögen und der damit verbundenen Technik des offenen Ankers bei persönlichem Vollauszug.

Wir ziehen nicht bis zu einem bestimmten festen Punkt (wie z.B. die Jagdbogenschützen), sondern bis die Rückenspannung eine symmetrische vertikale Bewegungsachse zwischen Bogenhand und Zughand  einnimmt.

Das ist etwa dann erreicht, wenn die Zughand bei mediterraner Technik ca. 1 Zoll über die Brustmitte hinausgezogen wird.

Vergleicht man nun die Position der Zugfinger mit der Lage des Daumens, so befindet sich der Daumen weiter vom Bogen (bzw. der Mitte des Brustbeines) entfernt. Deshalb ist die vom Bogen gebotene und für den Schützen passende Auszugslänge auch so wichtig bei der Anwendung dieser Technik.

Wenn man nun, aus welchem Grund auch immer, einen Bogen mit kürzerem Auszug verwendet, kann man sich diesen Effekt zu Nutze machen, weil man trotz der verkürzten Zuglänge in den Vollauszug kommt. Zum Anderen kann man Bögen, die ihre volle Leistung erst bei längerem Auszug bringen, damit ausreizen, wenn man sie mit Daumentechnik schießt; ansonsten müsste man ggf. die Zugachse im Handgelenk abknicken, was technisch und anatomisch nicht gewollt ist. 

Unterschiede zu anderen Techniken 

Die DT hat neben den o.g. Vorteilen auch einen gravierenden Nachteil, denn es können, je nach Handgröße des Schützen, nicht ganz so viele Pfeile wie bei der mT zum Nachladen in der Bogenhand bereit gehalten werden.

Es ist zwar auch möglich, die Pfeile in der Bogenhand gefächert zu halten, aber die Gefahr, dass sie in das Schussfenster rutschen, ist ungleich höher, als bei der mT und deren Varianten.

Mit viel Übung gelingt es aber auch, bis zu 9 Pfeile als Fächer oder als Bündel zu halten und sicher nachzuladen. 

Nach eigenen Beobachtungen bringt die DT nicht so viel Beschleunigung und Reichweite auf den Pfeil, als die mT. Dies mag damit zusammenhängen, dass durch die Unterbrechung des Sehnenwinkels durch die Verwendung von drei Fingern beim Ziehen der Sehne eine Art zusätzliche Hebelwirkung entsteht, welche mehr Kraft auf die Sehne bringt (vgl. starre Bogenenden).

Nach vielen tausend Schüssen kann der Daumen leichte Deformationen zeigen. 

Die größten Unterschiede in der Ausführung zeigen sich jedoch wie folgt:

- bei der DT liegt der eingelegte Pfeil unter dem Nockpunkt, bei der mT darüber (dies bei der Nockpunkthöhe beachten!), 

- bei der DT liegt der eingelegte Pfeil auf der rechten Seite des Wurfarmes, bei der mT auf der linken Seite (Rechtshandschütze), 

- bei der DT zieht nur der mit dem Zeigefinger verriegelte Daumen der Zughand, bei der mT ziehen zwei bis drei Finger (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) die Sehne, 

- das Erfassen des Zieles ist bei der DT axial nach rechts, bei der mT nach links versetzt (Rechtshandschütze); dies macht es manchen Schützen schwer, kurzfristig mit Treffererfolgen von einer auf die andere Technik zu wechseln. 

Hilfsmittel

Zur Vermeidung von Schmerzen am Daumen, gerade bei Verwendung von höheren Zuggewichten kann es, evtl. auch nur vorübergehend,Sinn machen, einen Daumenschutz oder eine Zughilfe zu verwenden.  

Als Daumenschutz gibt es den Daumenring (aus Metall, Holz, Horn) oder den Daumenschutz aus Leder in den verschiedensten Ausführungen.

 

Als Zughilfe kann man den Sugaki verwenden, der den Daumen komplett entlastet (ähnlich dem Schießhandschuh beim Kyudo); mögliche Selbstbauanleitung siehe hier.

 

 

Ausführung 

a) mit oder ohne Daumenschutz (Daumenring, Daumenleder)

-> der Pfeil liegt in Schussrichtung rechts am Bogen auf dem linken Daumen des Schützen

-> Pfeilnock liegt unter dem Nockpunkt

-> der Daumen der rechten Hand hakt mit dem Daumengelenk unter dem Pfeil in die Sehne ein, wobei der Daumen im rechten Winkel vom Bogen weg zeigt 

-> der Daumen drückt von unten den Pfeil gegen die Pfeilnock 

-> der Zeigefinger der rechten Hand drückt von außen gegen den Pfeil, der so wiederum gegen den Bogen gedrückt wird (die auszuübende Kraft hat Einfluss auf den Pfeilflug und muss von jedem Schützen individuell erarbeitet werden) 

-> der Zeigefinger umfasst von oben den Daumen, umschließt diesen mit dem ersten Fingergelenk und nimmt so die Zugkraft der Sehne auf 

-> die rechte Hand liegt nahezu waagerecht, bleibt offen oder schließt sich (dabei findet zumindest der Daumen losen Kontakt zum Mittelfinger)

b) mit Sugaki

-> der Pfeil liegt in Schussrichtung rechts am Bogen auf dem Daumen des Schützen 

-> der Daumen der rechten Hand hakt mit dem Sugakisporn unter dem Pfeil in die Sehne ein, wobei der Daumen nach vorne zeigt 

-> Pfeilnock liegt unter dem Nockpunkt

-> der Sporn drückt von unten den Pfeil gegen die Pfeilnock 

-> der Zeigefinger der rechten Hand drückt von außen gegen den Pfeil, der so wiederum gegen den Bogen gedrückt wird (die auszuübende Kraft hat Einfluss auf den Pfeilflug und muss von jedem Schützen individuell erarbeitet werden) 

-> der Zeigefinger umfasst von oben den Sporn rechts von der Sehne, umschließt diesen mit dem ersten Fingergelenk und nimmt so die Zugkraft der Sehne auf 

-> die rechte Hand liegt nahezu waagerecht, bleibt offen oder schließt sich (dabei findet der Sporn losen Kontakt zum Mittelfinger) 

Pfeile nachladen 

Für das Nachladen aus dem Seiten- oder Rückenköcher von der rechten Körperseite her findet sinnvoller Weise die „koreanische“ gedrehte Variante Anwendung.

 

 

 

Werden Pfeile aus dem Gürtel und ggf. dem Stiefel von der linken Körperseite her gezogen, macht es durchaus Sinn, die "ungarische" Klappvariante zu bevorzugen. 

  

 


 

Mongolensturm Bayern - Schule für berittenes Bogenschießen und Kampfkunst  | www.mongolensturm-bayern.de