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Material und Ausstattung zum Schießen mit dem Reiterbogen


Reiterbogen  Hintergrundinfo  Fachbegriffe 


Text: Djingis (ohne Khan)

Der Bogen

...die Kraft wohnt in den Armen, die Seele aber in der Sehne; beides gilt es zu verbinden, um diese Einheit zum Schuss eines Pfeiles zu nutzen. 

Unter moderner Betrachtungsweise sind die Wurfarme der Motor, ist die Sehne der Antrieb eines Bogens, den der Pfeil für seine Beschleunigung nutzt. Pfeil und Bogen zusammen stellen ein sehr dynamische Waffe dar.

Letzlich kann mit jedem Bogen vom Pferd geschossen werden, und doch ist es nicht gleich ein Reiterbogen. Der Reiterbogen in seiner typischen Form ähnelt sehr dem Recurvebogen, hat aber einen längeren Auszug, der eine spezielle Technik ermöglicht. Somit fallen viele Bögen, die auf Mittelaltermärkten und im Internet als Reiterbögen angeboten werden, als sinnvolles Material aus.

Für alle Bögen, die in dieser speziellen Reiterbogentechnik geschossen werden sollen, ist die Auszugslänge damit ein sehr wichtiges Kriterium; egal ob mediterran oder mit Daumentechnik. Sie ist natürlich individuell, aber bei Mitteleuropäern sollte der Bogen schon bequem ca. 31 Zoll bieten, ohne hart zu werden. Ansonsten liegt viel im Geschmack, der Handlichkeit, der Leistung und vor Allem im Preis begründet, für welchen Bogentyp oder Hersteller man sich entscheidet.

Bei rein zahlenmäßigem Leistungsvergleich ist darauf zu achten, bei welcher Auszugslänge die gemachte Leistungsangabe gilt.

Traditionell wird bei 28 Zoll gemessen, Kassai misst bei 31 Zoll und die Angabe für den koreanischen Bogen "Windfighter" gilt manchmal bei rd. 30 Zoll!  

Für Anfänger gilt vermehrt die verbindliche Anforderung nach einem möglichst geringen Zuggewicht, um gerade in der Lernphase keine gesundheitlichen Schäden davonzutragen und die Technik des Bogenschießens mit möglichst geringem Kraftaufwand problemlos und exakt umsetzen zu können.

Zum Einstieg kommt für Jugendliche somit nur ein Bogen mit weniger als 20 lbs. (engl. Pfund = 454 Gramm)/28 Zoll, für Damen ein Bogen um 20 lbs. und für Herren bis 25 lbs./28 Zoll in Frage.

Jedes Zoll (2,54 cm) Auszug verstärkt den Bogen um bis zu 3 lbs.; das heißt, bei 32 Zoll beträgt die Zugstärke bei einem Bogen, der bei 28 Zoll 25 lbs. leistet, bereits bis zu 37 lbs.!!!! 

Und das sind Werte, die Weltmeister Kassai mit seinen Bögen schießt. 

Übrigens hat es sich sehr bewährt, das Ziehen der Sehne anfangs mit einem Theraband (Gymnasitikband) zu üben, bis die notwendige Muskulatur ausreichend aufgebaut ist, um längere Zeit mühelos mit dem Bogen zu trainieren. 

- der Kompositbogen, alte asiatische Bogenbaukunst 

Der Bezeichnung "Komposit" bedeutet, dass der Bogen aus mehreren Materialschichten nach überlieferter Tradition gebaut wurde, die über Tausend Jahre alt ist.

Die alten asiatischen Reflexbögen der Hunnen, Ungarn, Awaren, Türken, Mongolen usw. waren nicht nur aus Holz, sondern kombiniert mit den viel elastischeren und zäheren Materialen wie Hornplatten und Sehnen. Nur das Skelett war aus Holz. Früher nannte man diese Bogentypen einfach Hornbögen.

Die in den letzten Jahren gebauten Hornbögen können es mit den aus modernen Materialen gebauten durchaus aufnehmen.

Auf diese Weise gebaute Bögen sind schnell, seitlich stabil (verdrehen sich weniger), und haben einen noch geringeren Handschock, als die aus modernen Materialen gebauten. Die vollständige C-Form bei den Kompositbögen wird nach dem Auftragen des Sehnenbelags erreicht. Wenn die Hornplatten auf das Holzskelett aufgebracht werden, ist die C-Form noch nicht ausgeprägt.

War der Bogen länger aufgespannt, wird er beim Entspannen zunächst in der Form nachgeben. Nach etwa einer halben Stunde erholt sich der Bogen und gewinnt seine volle C-Form zurück. 

- ungarische Bögen  

In Ungarn gibt es zwischenzeitlich sehr viele Bogenbauer, die Reiterbögen herstellen. Ein Name steht allerdings für die Wiederbelebung des berittenen Bogenschießens wie kein anderer: Lajos Kassai. Seine Bögen sind, bis auf wenige Ausnahmen (Auszugslänge!) durchwegs für das berittene Bogenschießen geeignet und weisen auch gute Qualität auf. Daneben fallen Namen wie Flagella Dei, Grozer, Tarvei, Végh und viele andere. Preisunterschiede ergeben sich hauptsächlich durch die verwendeten Materialien, Dekors und die Fertigungstechnik. Compositebögen aus Holz sind hier bei Gewicht und Leistung durchwegs im Vorteil, kosten aber auch entsprechend mehr. Die in Ungarn gefertigten Bögen haben Sehenlängen ab 120 cm. Ausnahme hier: Tarvei. 

Alle diese Bögen bieten durchwegs eine recht harmonische und linear ansteigende Kraftkurve.

Vom Aussehen her fallen die Bogenenden, die sog. Siyahs auf, die im Gegensatz zu den Enden von Jagdrecurves unbeweglich sind und einen gewissen Hebeleffekt haben. 

- koreanische Bögen

Vom Preis-/Leistungsverhältnis überzeugt hier der sog. „Windfighter“ und der etwas kleinere "Kaya".  

Diese Bögen haben sich inzwischen in der Reiterbogenszene bei den berittenen Bogenschützen sehr verbreitet. Sie haben eine Länge von 125/127 cm und bringen die volle Leistung erst auf den letzten paar Zoll des Sehnenauszuges von bis zu 31 Zoll. 

Prädestiniert sind diese Bögen wegen seines spitzen Sehnenwinkels vor Allem für die Daumentechnik.

Auffallend ist des Weiteren eine relativ geringe Standhöhe und der unmerkliche bis nicht vorhandene Handschock.

Viele Reiterbögen im koreanischen Stil, die von traditionellen Bogensportgeschäften angeboten werden, erfüllen leider bei Weitem nicht die Anforderungen an den notwendigen Auszug. Dies wird dann erst schmerzlich bewusst beim Erlernen der Reiterbogentechnik. 

- Standhöhe -

Als Standhöhe wird der Abstand zwischen Griffposition der Bogenhand (Kuhle zwischen Daumen und Zeigfinger) und der ruhenden Sehne bezeichnet.

Die Standhöhe ist eine variable Größe und hat bei jedem Bogen andere Auswirkungen.

Die optimale Standhöhe sorgt auf alle Fälle für ein ruhiges Abschussgeräusch des Bogens, wenn der Pfeil die Sehne verlässt, einen möglichst geringen Handschock und ein konstantes Schussbild.

Grundsätzlich gilt also schon mal, je ruhiger sich der Bogen anhört, desto näher bewegt man sich an der optimalen Einstellung.

Die Standhöhe wird verändert, in dem man die Sehne ein- oder ausdreht.

Beginnend von einer niedrigen Standhöhe wird die Sehne immer mehr eingedreht, bis der Bogen noch geräuscharm reagiert und die Pfeile möglichst eng gruppiert werden.

Die Sehne sollte mindestens 10 Umdrehungen möglich machen, um entsprechend reißfest zu werden.

Gibt sie das nicht her, ist eine etwas längere Sehne zu verwenden.

Ist die beste Standhöhe ermittelt, wird sie notiert, um bei einem Sehnenwechsel nicht wieder komplett von vorne beginnen zu müssen. Ausmessen kann man die Standhöhe am besten mit dem Sehnenchecker (ca. 10 Euronen).

- Sehne / Nockpunkt -

Die Bogensehne dient zur Umsetzung der Bogenkraft und beschleunigt den eingelegten Pfeil. Sie ist die Seele des Bogens.

Sie besteht z.B. aus aus Kunstfasern (z.B. Dacron, Fast-Flight) oder Naturmaterialien (Lein, Hanf, Baumwolle, Tiersehnen oder –darm, Rohhaut, Seide). Als Sehnenmaterial wird heute üblicher Weise Dacron verwendet. Ungarische Reiterbögen werden meist mittels „Endlossehne“ aufgespannt. Bei Skythen- und Koreabögen ist auch eine „Flämisch Spleiss“-Sehne möglich. Der große Unterschied liegt in der Wickel- und Herstellungstechnik der Sehnenohren und deren Größe. Fastflightsehnen sind relativ unelastisch und somit "hart" zum Bogen. 

Die Selbstherstellung der Sehnen wird hier => Sehnenbau beschrieben. Sie kann notwendig sein, da Fertigsehnen aus deutschen Bogensportgeschäften meist nicht in den erforderlichen Sehnenlängen vorrätig sind und Einzelanfertigungen recht teuer werden, gerade, wenn man mehrere Bögen mit verschiedenen Sehnenlängen sein Eigen nennt. Außerdem macht es stolz, mit einer selbst gefertigten Sehne zu schießen. Maßsehnen gibt es z.B. bei Matzes Bogenladen in Berlin oder bei Bogensport Bodnik in Großheirath (siehe auch unsere Seite "nette Leute/Vereine"). 

Sehnen haben zum Schutz der einzelnen Sehnenstränge vor dem Pfeilnock eine Mittelwicklung. Auf dieser Mittelwicklung wird der Nockpunkt angebracht. Er sitzt bei mediterraner Schusstechnik etwa 10 mm bis 13 mm über dem rechten Winkel zwischen „Pfeilauflage“ (Handrücken) und Sehne und bei Daumentechnik bis zu 15 mm über der geraden Linie zwischen dem Daumen der Bogenhand und der Sehne.

Die Höhe des Nockpunktes ist verantwortlich, wie glatt der Pfeil beim Abschuss den Bogen verlässt.

Ist der Nockpunkt zu hoch oder zu tief, „reitet“ der Pfeil im Flug.

Zu niedrig ist der Nockpunkt auf alle Fälle dann, wenn er beim Abschuss die Bogenhand streift, was auch zu Verletzungen führt.

Wird die Sehne stärker ein- oder ausgedreht (Standhöhenänderung), ist der Nockpunkt erneut einzustellen. Eine neue Sehne wird sich bis zu 100 Schuss noch dehnen, was nach kurzer Zeit ebenfalls eine Nockpunktüberprüfung erforderlich macht. 

Als praxisorientierter Nockpunkt hat sich der Messingring etabliert, der mit einer Nockpunktzange auf die Sehne geklemmt wird. Er darf jedoch nicht so fest geklemmt werden, dass die darunter liegenden Sehnenstränge verletzt werden. Dann kann es nämlich zum Sehnenriss kommen, was mit sehr unangenehmen Folgen verbunden sein kann. Andere Möglichkeiten sind das Einweben einen Nockpunktes mit Sehnengarn oder das Aufbringen von Tape oder Klebeband (unter dem Nockpunkt = mediterran). Dies läßt aber nur recht umständlich eine Veränderung des Nockpunktes zu. Bei Daumentechnik hat sich der Messingring bewährt.

Ermittelt wird die richtige Nockpunktposition ebenfalls mit dem Sehnenchecker. 

Aufspannen des Reiterbogens 

Zum Erhalt der Lebensdauer eines Bogens gehört zunächst schon das richtige Aufspannen der Sehne.

Viele Bögen haben dabei schon lautstark und evtl. mit bleibenden Erinnerungen ihr Leben beendet.

Es kommt auch vor, dass der Bogen dabei schlichtweg bricht, 

…. Verletzungen des Schützen dabei nicht ausgeschlossen. 

Letztlich sind es drei Dinge, die unbedingt zu beachten sind:

- beim Aufspannen wird die absolute Mitte des Griffes abgestützt, 

- nach dem Einhängen der Sehnenöhrchen wird geprüft, ob die Sehne auch mittig auf dem Wurfarm liegt, 

- bei sehr empfindlichen Bögen (z. B. extreme "C"-Form), dem TRH-Türken oder dem Komposite-Türken, empfiehlt sich, ihn zu zweit, in der Hocke unterm Knie symmetrisch haltend, oder mit einer Spannschnur aufzuspannen. 

mit Spannschnur: 

Besorge Dir eine Spannschnur, die an beiden Enden „Taschen“ zur Aufnahme der Wurfarmenden hat.

Für Recurve-, Jagd- und Langbögen handelsübliche Spannschnüre sind meist ungeeignet.

Nun

-     stecke den Bogen durch beide Sehnenöhrchen

-     das untere Sehnenöhrchen wird eingehängt

-     stecke die Wurfarmenden in die „Taschen“ der Spannschnur

-     drehe den Bogenbauch zum Boden

-     die Spannschnur sollte ca. 20 – 30 cm „durchhängen“

-     fasse den Bogen nun mit einer Hand von oben her am Griff

-     steige mit einem Bein in die durchhängende Spannschnur

-     ziehe den Bogen mit der Hand so weit nach oben, bis nun auch die Sehne so weit durchhängt, dass das Sehnenöhrchen mit der freien Hand eingehängt werden kann

-     prüfe den mittigen Sitz der Sehne/Sehnenöhrchen auf dem Bogen

-     entferne die Spannschnur vom Bogen

-     ziehe die Sehne und führe sie wieder zurück

-     prüfe erneut den mittigen Sitz der Sehne/Sehnenöhrchen

 

ohne Spannschnur:

Methode 1

-     stecke den Bogen durch beide Sehnenöhrchen

-     das untere Sehnenöhrchen wird eingehängt

-     halte den Bogen mit der linken Hand auf Höhe des noch nicht eingehängten Sehnenendes vor dem Körper; halte die Sehne dabei gleich fest

- die Sehne zeigt nach rechts

-     steige mit dem linken Bein zwischen Bogen und Sehne durch

-     lege das untere Bogenende vor das rechte untere Schienbein und bringe den Bogengriff hinter den linken Oberschenkel/das Gesäß (je nach Größe der Person und des Bogens)

-     stelle den rechten Fuß etwas nach vorne

-     Umgreifen: die rechte Hand hält die Sehne stramm, die linke Hand wechselt an das obere Siyahende

-     drücke nun mit der linken Hand den Wurfarm nach vorne vom Körper weg; dabei biegt sich der Bogen bei richtiger Ausführung um das Griffstück

-     führe die rechte Hand mit der Sehne stückweise in Richtung obere Sehnenkerbe/oberes Bogenende, bis sie "einrastet"

-     prüfe den mittigen Sitz der Sehne/Sehnenöhrchen auf dem Bogen

-     ziehe die Sehne und führe sie wieder zurück

-     prüfe erneut den mittigen Sitz der Sehne/Sehnenöhrchen

Methode 2

-     das untere Sehnenöhrchen wird eingehängt

-     halte den Bogen mit der linken Hand am Bogenende vor dem Körper; halte die lose Sehne am Sehnenöhrchen mit der rechten Hand fest

- die Sehne zeigt nach rechts

-     steige mit dem linken Bein zwischen Bogen und Sehne durch

-     lege das untere Bogenende vor das rechte untere Schienbein und bringe den Bogengriff hinter den linken Oberschenkel/das Gesäß (je nach Größe der Person und des Bogens)

-     stelle den rechten Fuß etwas nach vorne

-     drücke nun mit der linken Hand den Wurfarm nach vorne vom Körper weg; dabei biegt sich der Bogen bei richtiger Ausführung um das Griffstück

-     führe die rechte Hand mit der Sehne in Richtung obere Sehnenkerbe/oberes Bogenende, bis sie eingehängt werden kann

-     prüfe den mittigen Sitz der Sehne/Sehnenöhrchen auf dem Bogen

-     ziehe die Sehne und führe sie wieder zurück

-     prüfe erneut den mittigen Sitz der Sehne/Sehnenöhrchen

Sei vorsichtig beim Aufspannen des Bogens!

Für tatsächliche Ausführung und Ergebnis dieser Fernanleitungen wird keine Verantwortung und Haftung übernommen.

 

Pfeile / Spitzen / Befiederung 

Eine eigene Philosophie ist das Pfeilmaterial.

Holz/Bambus: Herkömmlich und traditionell wird mit Holzpfeilen, auch Bambuspfeilen, geschossen. Sie sind die kostengünstigste, nicht aber die wirtschaftlichste Variante. Sie können leicht auch selbst hergestellt und repariert werden. Es frustet aber, wenn fast jede Berührung mit einem harten Gegenstand den Pfeil schrottet. Bei einigen traditionell verankerten Jagdbogenturnieren sind sie allerdings verpflichtend vorgeschrieben.

Alu: Leichter und stabiler als Holz, aber auch teurer sind Alupfeile. Brechen sie im ersten Drittel nahe der Spitze, können sie mittels Einschubröhrchen repariert werden. Nachteilig wirkt sich jedoch die mit zunehmender Schussleistung abnehmende Steifigkeit des Pfeils aus; dies gilt auch bei Korrektur nach gewaltsamem Verbiegen durch unbeabsichtigtes Anschlagen des Pfeiles.

Carbon: Die Schrecken der frühen Carbongenerationen bei Pfeilbruch gehören inzwischen der Vergangenheit an. Was an Nachteil bleibt, ist die fehlende Verrottung bei Verbleib von Teilstücken in der Natur.

Ansonsten bietet der Carbonpfeil durchweg nur Vorteile: lange Haltbarkeit, andauernde Steifigkeit, Aufprallresistenz, geringes Gewicht und sogar Naturholzlook.

Beim Pfeilschaft gilt: so steif und schwer wie nötig, so weich und leicht wie möglich.

Bevor der erste Pfeil verschossen wird, muss sicher sein, dass er lang genug für den Auszug des jeweiligen Schützen ist. Also nehmt nicht unbedarft den Pfeil eines Anderen, ohne vorher die für Euch ausreichende Länge geprüft zu haben (L e b e n s g e f a h r  für Euch und andere Personen!)

Dazu wird der Pfeil in Griffhöhe auf die Sehne geklemmt und diese vorsichtig bis zum vollständigen Auszug des Schützen gezogen und anschließend wieder zurückgeführt.  

Der Pfeil sollte bei Vollauszug mindestens 1 Zoll am Griff überstehen. Ansonsten besteht die große Gefahr, dass der Pfeil in den Bogenarm hinein gezogen wird und von dort unkontrolliert wegschnellt (selbst schon erlebt).  

Schlimmstenfalls dreht sich der Pfeil um die Achse und verletzt den dahinter stehenden Schützen oder andere Personen. 

Deshalb ist es wichtig, die richtige individuelle Pfeillänge zu ermitteln. 

Ist dieses sicherheitsrelevante Detail geklärt, steht dem ersten Schuss nichts im Wege. 

Die theoretischen und praktischen Kenntnisse der Grundübungen finden nun Anwendung.

Dabei sollte bei entsprechend ausreichendem Training der Pfeil eine ca. 1 Meter große und in einer zunächst nur 3 Meter entfernt stehenden Scheibe sein Ziel finden. Die Scheibenmitte liegt dabei ungefähr auf Schulterhöhe des Schützen.

Je nach Einschlagwinkel ist beim Materialtuning anzusetzten. Dies ist aber ein Thema für sich.

Bei steifen oder zu steifen Pfeilen gerät man hinsichtlich des Spitzengewichts schnell an Grenzen. Damit der Pfeil ordentlich fliegt und nicht nach links (mediterraner Schuss, bei Daumentechnik nach rechts) abweicht, muss ggf. eine schwerere Spitze verwendet werden, um den Pfeil weicher zu machen. Es ist dann zu überlegen, ob nicht ein schwächerer Pfeil geeigneter ist, um auch über die Pfeilspitze Gewicht einzusparen. Grundsätzlich gilt aber: den Pfeil lieber steifer, als zu weich zu wählen!

Beispiel:

Abschusszuggewicht Windfighter traditional/31 Zoll: 40 lbs

Pfeil: Easton Lightspeed/Powerflight 400, Spitzen 125 grs. -> Pfeilgewicht 27 Gramm

Pfeil: Easton Lightspeed/Powerflight 500, Spitze 100 grs. -> Pfeilgewicht 22 Gramm

Dieser Gewichtunterschied macht sich auf 50 Meter deutlich bemerkbar! Allerdings ist ein leichterer Pfeil nervöser und bedingt eine gute und saubere Schuss-/lösetechnik.

- Spitzen -

Für alle Pfeilmaterialen besteht die Wahlmöglichkeit zwischen Klebe- und Schraubspitzen -> Spitzenformen und Spezialspitzen

                               +       

 

Dabei gibt eher der persönliche Geschmack, als ein schießtechnischer Unterschied den Ausschlag. Klebespitzen haben eine schönere Form, Schraubspitzen sind variabler beim Austausch.

Das Spitzengewicht beeinflusst maßgebend die Steifigkeit, die Trägheit und den Schwerpunkt des verwendeten Pfeiles. 

Die Steifigkeit kann, wie bereits oben dargestellt, zunächst hinten angestellt werden, da der Pfeil auf Grund des schmalen Griffes des Reiterbogens mit einem sehr geringeren Paradoxon (Biegung des Pfeils um den Bogengriff beim Abschuss) auskommt; Ausführungen dazu -> Pfeilparadoxon beim Schießen mit dem Reiterbogen.

Je mehr Trägheit (Gewicht) ein Pfeil besitzt, um so mehr verzeiht er Schützenfehler. Je leichter der Pfeil insgesamt, um so nervöser wird er sich verhalten und verlangt dann vom Schützen eine saubere Schusstechnik.

Nach vielen tausend Schüssen war insgesamt festzustellen, dass ein etwas höheres Spitzengewicht den Pfeilflug gerade beim sehr dynamischen berittenen Bogenschießen zu stabilisieren hilft.

125 grs. anstatt 100 grs. brachten ein positives Ergebnis. Das etwas höhere Gewicht fällt in der Weite bis ca. 35 Meter kaum auf. Bei Schüssen über 50 Meter kann das Pfeilgewicht und eine flachere Flugbahn durchaus relevant werden (s.o. -> Pfeilschaft).

Der Schwerpunkt des Pfeils (FOC: Front of Center) sollte im vorderen, spitzennahen Drittel liegen. Gemessen wird er am kompletten Pfeil mit Befiederung und Spitze.

Als Richtwert kann dabei gelten, dass der Carbonpfeil sich bei ca. 13 % der Länge zwischen Pfeilspitze und Nockboden in der Waage befinden sollte.   Als Waage kann z.B. eine Dreikantfeile dienen, die unter den Balancepunkt des Pfeils gelegt wird.           

Berechnungsformel: FOC (%) = (L/2) – S)*100/L

L = Länge des Pfeils vom Nockboden bis einschließlich Spitze
S = Länge vom Schwerpunkt bis einschließlich Spitze 

Zum Einkleben der kompletten Spitzen oder der Inserts hat sich handelsüblicher Heißkleber bewährt. Er bietet genügend Klebefestigkeit und der Einsatz kann durch Erwärmen problemlos entfernt werden.         

- Befiederung -

Beim Reiterbogen wird keine mechanische Pfeilauflage verwendet. Daher kommt nur die flexiblere Naturbefiederung in Frage, da die Pfeile durch die harten Plastikfahnen beim Abschuss abgelenkt werden.

Elementar ist darauf zu achten, für jeden Pfeil entweder nur rechts- oder linksgewundene Federn zu verwenden und diese keinesfalls an einem Pfeil zu mischen. Am besten ist es, für jeden Satz Pfeile so verfahren. 

Für den einzelnen Schützen gilt es nun abzuwägen, ob eine Dreifachbefiederung mit etwas geringerem Luftwiderstand oder eine Vierfachbefiederung mit der Freiheit der Leitfederwahl beim Einnocken persönliche Vorteile bringt. Ist der Pfeil sehr gut abgestimmt und wird sauber gelöst, kann auch eine Zweifachbefiederung bereits ausreichend sein. Dies ist besonders dann der Fall, wenn man die Federn in ihrer ganzen Höhe und mindestens 4 Zoll Länge verwendet. Zum Einen ist es asiatisch traditionell (z.B. mandschurisch, koreanisch, japanisch), die Pfeile fliegen ohne Rotation, sie rauschen im Flug und zum Anderen haben viel mehr Pfeile im Köcher Platz, ohne die dass die Federn verdrückt werden.

Bei der Zwei- oder Vierfachbefiederung muss eben nicht darauf geachtet werden, wie die Pfeile eingenockt werden und ob die Leitfeder richtig (vom Bogen weg) zeigt. Zudem stabilisiert diese Befiederungsart den Pfeil bereits in einer frühen Flugphase. Weitere frühe Stabilisierung, allerdings zu Lasten der Reichweite, bringt eine schräge Befiederung, die den Pfeil aber zu einer Rotation um die Längsachse veranlasst.

Entscheidungshilfe zwischen Drei- und Vierfachbefiederung kann dabei die Verwendung von kürzeren (3 Zoll) Federn sein, was aber wiederum optisch nicht so attraktiv ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Pfeile mit fünf Zoll langer und niedriger Vierfachbefiederung genau so gut und weit fliegen, wie vier Zoll zweifach Vollbefiederung ->Befiederungsarten.

Die Befiederung selbst sollte zu Gunsten der besseren und federnschonenden Fassbarkeit des Pfeiles ca. 3 cm bis 5 cm unterhalb der Nocke angebracht werden. Dies bringt zwar garantiertes Kopfschütteln traditioneller Jagdbogner, aber auch deren Verständnis bei der speziellen Griffdemonstration. 

Auf Grund der dargestellten Abweichungen von der sonst verwendeten Befiederung kann es notwendig sein, die Pfeile auch selbst zu befiedern. 

Zwar etwas teuerer, aber ohne Alternative zum zeitlichen Aufwand und der Haltbarkeit der Federnbefestigung hat sich das Fletchband herausgestellt. Wer sich Pfeile selber herstellen will, benötigt dazu aber noch ein Befiederungsgerät (ca. 30,00 Euronen).

Die Federnspitzen werden abschließend noch mit Klebeband umwickelt. Dies schützt die Federn vor Abreißen und Aufdrehen beim Pfeilfang-Durchschuss und die Hand des Schützen vor Verletzungen. In den Handrücken eindringende Federnstücke sind sehr schmerzhaft und müssen u.U. sogar herausoperiert werden.  

Auf gar keinen Fall darf ein reitender und/oder merklich schwänzelnder Pfeil toleriert werden.

Dieses Flugverhalten kostet Reichweite und Treffsicherheit. Sollte jemand die Meinung vertreten - und sei es ein deutscher Meister -, bei Verwendung der Daumentechnik sei dies trotzdem in Ordnung, dann ist dies schlichtweg falsch. Jeder Pfeil ist durch sorgfältige Abstimmung zum und mit dem Bogen auf sauberen Flug zu trimmen. Es kann zwar etwas kostspielig sein, den richtigen Schaft zu finden, aber der anschließende Erfolg entschädigt dafür mehrfach! 

Materialabstimmung und Paradoxon 

Hierunter ist zu verstehen die möglichst optimale Abstimmung des Bogens (Sehne, Nockpunkt, Griffhöhe) mit dem Pfeil (Länge, Spitzengewicht, Spinewert, Befiederung) unter Berücksichtigung der Schusstechnik (mediterrane oder Daumentechnik) und der physischen Gegebenheiten des Schützen (Auszugslänge) als Zusammenspiel.

Voraussetzung ist allerdings eine bereits gute Schusstechnik.

Nur dann wird Folgendes möglich sein:

- eine optimale Energieausbeute von Pfeil und Bogen

- ein rasches Abklingen der axialen Pfeilschwingungen (Pfeilparadoxon)

- eine gute Pfeilgruppierung auf dem Ziel 

Material(ver-)änderungen wirken sich sofort auf die Energieausbeute des Bogens sowie die Stabilität des Pfeilfluges und dessen Reichweite aus.

Will man z. B. einen Pfeil steifer machen, kann man das Spitzengewicht reduzieren, die Strang- oder Windungszahl der Sehne erhöhen oder einen Bogen mit geringerer Zugkraft verwenden.

Es ist wichtig, immer nur eine Komponente in kleinen Schritten zu verändern und dieses Ergebnis auszuwerten.

- Bogenfaktoren - 

Die Bogenlänge und die Auszugslänge müssen zum Schützen passen. Dabei ist darauf zu achten, dass das max. Zuggewicht des Bogens und die max. Auszugslänge des Schützen möglichst übereinstimmen.

Dies bietet zum einen die Sicherheit einer gleichbleibenden Auszugslänge (gerade beim berittenen Bogenschießen eine große Hilfe) und andererseits die beste Wirkungsweise des Bogens. 

Außerdem kann nur dann sinnvoll der Pfeil dem Bogen angepasst werden. 

Ein langer Auszug verlangt nach einem langen Bogen, da ansonsten ein unangenehmer spitzer Sehnenwinkel im „Anker“ entsteht; zudem kann dadurch die Pfeilnock zwischen den Fingern regelrecht eingeklemmt werden.

Hier kann die Daumentechnik hilfreich sein, da nur der Daumen, und nicht drei Finger im Sehnenwinkel untergebracht werden müssen.

Ein längerer Bogen wirft den Pfeil allerdings mit einer geringeren Anfangsgeschwindigkeit. Ein kürzerer Bogen bringt wegen der geringeren dynamischen Masse einen besseren Wirkungsgrad.

- Standhöhefaktoren -

Eine Veränderung der Standhöhe wirkt sich auf den Tiller (Biegung des aufgespannten Bogens) aus und beeinflusst die Leistung des Bogens und damit den Pfeilflug sowie das Abschussgeräusch. 

Deshalb ist die Standhöhe für die Leistungsfähigkeit, den Leistungserhalt und die Lebensdauer eines Bogens nicht unerheblich.

Wird die Standhöhe merklich verändert, muss auch der Nockpunkt neu justiert werden.  

Eine niedrigere Standhöhe bringt zwar etwas mehr Abschussenergie auf den Pfeil (was aber den Bogen auf Dauer schädigen kann), macht den Bogen aber sensibler als mit einer größeren Standhöhe.  

Es gilt also die Vorgabe, die Standhöhe so niedrig wie möglich zu halten, aber so hoch, dass sich ein sauberer Pfeilflug zeigt und der Bogen nicht geschädigt wird. 

Beim berittenen Bogenschießen kann es, gerade bei koreanischen Bogenmodellen notwendig sein, die Standhöhe größer wählen zu müssen, weil sonst die nach unten versetzte Pfeilbefiederung stört.

- Sehnenfaktoren - 

Die Strangzahl der Sehne beeinflusst die Bogenstabilität und die Wurfgeschwindigkeit. 

Je weniger Stränge eine Sehne hat, um so dünner ist sie und um so schneller wird der Bogen.

Achtet aber darauf, sie nicht so dünn zu machen, dass sie reißt.  

Eine Sehne, die zu dick ist, macht den Bogen unnötig langsam! 

Mit einer dickeren Sehne kann aber ein sensibler Bogen durchaus etwas besser beherrschbar, also ruhiger, werden.

Mehr zur Materialabstimmung und zu einzelnen Tests und Auswertungen könnt ihr dem "Handbuch für berittenes Bogenschießen" von Djingis entnehmen. 

Schutzausrüstung

Bogensportgeschäfte bieten dazu alles an, was auch beim Schießen mit dem Reiterbogen genutzt werden kann. Gerade am Anfang kann es durchaus Sinn machen, Unterarmschutz, Schießhandschuh, Bogenhandschuh, Daumenring und speziell für Damen einen Bruststreifschutz zu verwenden.

 

- Unterarmschutz (ca. 10 Euronen) 

Meist wird ein längliches Lederstück mit Lederbändern am Unterarm der Bogenhand befestigt, um einen sehr schmerzhaften Sehnenschlag auf die Unterarmmuskeln zu vermeiden. Mit zunehmend besserer Technik beim Lösen der Sehne erübrigt sich dieser Schutz beim Reiterbogenschießen.

 

- Schießhandschuh (ca. 12 Euronen) 

Der Schießhandschuh schützt die Finger, die die Sehne ziehen vor Blasenbildung durch Überbeanspruchung am Anfang der Reiterbogenkarriere. Nachteil ist allerdings, dass auch bei Verwendung von feinem Handschuhleder die für das schnelle Nachladen erforderliche Sensibilität der Finger leidet.

Deshalb ist Hornhautbildung an den drei Sehnenfingern anzustreben um bald möglichst auf den Schießhandschuh verzichten zu können.

 

- Bogenhandschuh (ca. 12 Euronen)  

Der Bogenhandschuh dient dem Schutz des Handrückens der Bogenhand vor dem Eindringen von Pfeil- oder Federteilen bei Pfeilbruch oder Streifen der Pfeile in Folge eines zu niedrigen Nockpunktes. 

- Daumenring (ca. 10 Euronen)

Der Daumenring findet Verwendung beim Schießen mit der Daumentechnik. Er kann aus Horn, Metall oder Kunststoff gefertigt sein. Eine Sonderform stellt der japanische Sugaki dar. Ist schnelles Nachladen, wie beim berittenen Bogenschießen gefragt, hilft jedoch auch nur, die Schmerzgrenze des Daumens durch Aufbau von Hornhaut zu durchbrechen und täglich bis zu 400 Schuss ohne Schutz bewältigen zu können. 

- Bruststreifschutz (ca. 25 Euronen)

Da beim Reiterbogenschießen die Sehne über die Brustmitte ausgezogen wird und der Abschuss ohne Ankerpunkt erfolgt, kann es gerade bei Damen vorkommen, dass die Sehne sehr schmerzhaft über in Brusthöhe vorstehende Körperteile streift. Der aus dem olympischen Bogenschießen stammende Bruststreifschutz kann hier helfen. 

Pfeilfänge / Zielscheiben

- Schießsäcke

Eine sehr günstige Variante für „Zielscheiben“ sind Gewebesäcke aus dem Bau- oder Gartenmarkt, die mit Plastikfolien/Plastiktüten gut gefüllt werden.

Sie sind ca. 120 cm x 60 cm groß und kosten ca. 2,00 Euro das Stück.

Es müssen nicht die teueren Varianten aus dem Internet für bis zu 10,00 Euro sein.

Man kann sie bemalen, eine Zielscheibe (40 cm x 40 cm oder 60 cm x 60 cm) mit einsacken oder mit Paketband aufkleben.

Sie haben den großen Vorteil, dass nach vielen Schüssen und entsprechender „Gewebeschwäche“ einfach ein weiterer Sack darüber gezogen wird und das Ziel sofort wieder einsatzfähig ist. Die Pfeile sind mit geringem Kraftaufwand aus dem Sack zu ziehen.

Außerdem sind sie leichter als Strohscheiben, was für temporäre Trainingseinrichtungen sehr von Vorteil ist.

Bei ständiger UV-Bestrahlung lösen sich die Gewebefäden jedoch auf, weshalb diese Schießsäcke für ständigen Verbleib im Freien ungeeignet sind. 

- Ethafoamscheiben

Eine recht teuere Variante, aber lange haltbar und durch das thermische Aneinanderkleben (z.B. mit Fön oder Heißluftpistole) beliebig stark verwendbar ist das Verpackungsmaterial Ethafoam. Ethafoam bietet einige Vorteile wie das relativ geringe Gewicht, lange Haltbarkeit, punktuelle Erneuerung (z.B. der „goldenen“ Mitte) und Flexibilität in der Gestaltung (mit dem Messer schneidbar). Lichtbeständigkeit ist nur bedingt gewährleistet, da ständige UV-Bestrahlung die Schaummasse auflöst. Es hat sich nach jahrelanger Verwendung herausgestellt, dass Ethafoam 200 geeigneter ist, als das dichtere Ethafoam 400 – und auch billiger.

Der Preis für einen Quadratmeter Ethafoam mit einer Stärke von ca. 10 cm liegt bei rd. 45,00 Euro (ohne Versand). Mindestens 20 cm Stärke sollte eine solche Zielscheibe schon haben.

Scheiben aus dem Bogensportfachhandel liegen preislich merklich über dem o.g. Wert. 

- Strohscheiben/Stramit

Strohscheiben gibt es auf dem Markt in jeder erdenklichen Form und

Ausführung.Stark gepresste runde Scheiben (Stramit) kosten mit 80 cm Durchmesserauch schon mal an die 100 Euro. Die Stramitscheiben sind wetter-beständig und es gibt nach der Nutzung keine Probleme mit der Entsorgung, da das Material verwittert oder verbrannt werden kann.Die Scheiben sind sehr schwer und können meist nur von mindestens zwei Personen, besser 4, bewegt werden.

Strohplatten mit 80 cm x 80 cm und ca. 10 cm Stärke gibt es schon ab 25,00 Euro; für längere Haltbarkeit und zum effektiven Schutz des Hintergrundes sollten hier aber mindestens 2 Platten aneinander gefügt werden. Das macht die Sache schon wieder weniger wirtschaftlich. 

- Karton

Pappkarton ist eine sehr günstige Möglichkeit, Pfeilfänge herzustellen. Die Dicke sollte aber auch hier mindestens 20 cm betragen; dann wird es schon wieder schwer. Außerdem ist Pappkarton für draußen nur bei schönen Wetter geeignet. Des Weiteren ist das Material nicht sehr langlebig und bei intensivem Gebrauch auch schon mal nach einem Tag durchgeschossen. 

Als Reparaturmaterial hat sich Montageschaum aus dem Baumarkt bewährt.

Eine Dose kostet so um die 4,00 Euro und reicht üblicher Weise für eine Instandsetzung. So kann bei Ethafoam, Stroh und Karton die Lebensdauer der einzelnen Ziele doch recht kostengünstig verlängert werden. 

- Pfeilfangnetz

Zu bedenken ist bei allen vorgenannten „Zielscheiben“, dass zur Sicherheit anderer Lebewesen und Sachen ein ausreichendes Pfeilfangnetz aufgespannt werden sollte.

Drei Meter Höhe und vier Meter Breite je Ziel dürften üblicher Weise reichen (Kosten für das starke Netz mit 1,6 kg/m  ca. 35,00 Euro je lfd. Meter).

Hieran bitte nicht sparen! 

Pfeile, die in Richtung Pfeilfangnetz verschossen werden, dürfen keine „scharfen“ Spitzen haben. Dazu zählen Razorheads, Bodkin, Combo-Jagdspitzen und ähnliches.

Combospitzen können durch Abschleifen der „Vorspitze“ entschärft werden, so dass das Pfeilfangnetz nicht mehr durchdrungen wird.

 

Pfeilfangnetz mit verschiedenen Pfeilfängen


 

Mongolensturm Bayern - Schule für berittenes Bogenschießen und Kampfkunst  | www.mongolensturm-bayern.de