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japanisches Bogenschießen (Kyudo)

vom Boden und vom Pferd 


Text: Djingis (ohne Khan)

 - mit "links" in´s Ziel - 


Im zeremoniell anmutenden Ablauf eines Schusses wird deutlich, welche Fähigkeiten an Schützen/Schützinenn gestellt werden:

Setze deine Füße und überprüfe deine Haltung.

Greife die Sehne, dann den Bogen mit festem Griff und hebe ihn weit über den Kopf.

Aus der Mitte deines Körpers ziehe den Bogen auf, bis der Pfeil die rechte Wange berührt.

Dein Körper wird fest, dein Geist ruhig. Beide sind auf das Ziel gerichtet.

Beim Ausatmen steigert sich die Kraft bis zum Maximum, bevor der Schuss sich löst und der Pfeil geradlinig zum Ziel fliegt.


Stets auf der Suche nach Neuem, kam Djingis auf ein schon seit Jahren vorhan-denes Interesse zurück - das japanische Bogenschießen mit dem asymmetrischen, bis zu 2,35 Meter langen "Yumi".

Und nachdem das als eigene Sportart "Yabusame" auch vom Pferd praktiziert wird, stand der Wunsch fest, auch diese besondere Art des Bogenschießens zu erlernen. 

Seit Mai 2015 wird nun regelmäßig auch beim "Isar-Dojo" im Stile der Heki Ryu Insai Ha in München trainiert und auch bereits in "Eigenregie" vom Pferd aus umgesetzt. Inzwischen konnte im Juni 2017 bereits die Prüfung zum 2. Kyu (vorletzter von fünf Schülergraden) erfolgreich abgelegt werden.

Der in diesem Dojo zu Grunde liegende Shamen-Stil hat seinen Ursprung im kriegerischen Einsatz des Bogens. Daher geht es bei dieser Stilrich-tung primär um Treffsicherheit und Durchschlagskraft und nicht so sehr um zeremonielles Schießen, wie beim sogenannten Shomen-Stil.

Daher heißt das Leitbild für die zu erreichenden Einzelziele

Kan -> schieße mit Durchschlagskraft

Chú -> strebe Treffsicherheit an

Kyú -> übe mit Ausdauer

Die Besonderheit beim Kyudo-Schießen liegt hauptsächlich darin, dass der Bogen mit der linken Hand geführt und "verdreht" wird und sie im Abschuss den Bogen drehend den Pfeil freigibt. Die rechte Hand hat nicht die führende Bedeutung, wie beim westlichen Bogenschießen und unterstützt die "dominante" linke beim Abschuss eher nachrangig. Insgesamt ist der Bewegungsablauf recht komplex und nicht so einfach zu erlernen, wie das Bogenschießen auf "mediterrane" Art.

Der Hauptunterschied zwischen Kyudo und westlichen Bogenschießformen besteht demnach im dynamischen Abschießens des Pfeiles durch die linke (Bogen-) Hand.

Bei den meisten westlichen Bogenschiessarten (traditioneller Recurvebogen, Langbogen, moderne Sportbögen etc.) bleiben während des Abschießens die Bogenhand und dazugehöriger Bogenarm relativ statisch. Der Abschuss erfolgt durch die Hand, die die Sehne hält, und diese aktiv loslässt.

Beim Kyudo hält ebenfalls eine Hand die Sehne, nämlich die rechte, und gibt diese beim Abschießen frei. Aber sie tut dies in Zusammenarbeit mit einer leicht dominierenden, sehr aktiven Bogenhand.

Hier initiiert die Bogenhand den Abschuss des Pfeiles, indem sie den Bogen im Abschuss kraftvoll nach außen (mit der linken Hand nach links) wegdreht.

Nur dadurch kann der Pfeil geradeaus, d.h. in die Richtung, in die er zeigt, fliegen. 

Um so mehr freut sich der Schütze, wenn er eine gewisse Harmonie in der schrittweise erlernten Art des Schießens feststellen darf.

Entwicklung des Kyudo:

Kyûdô (Kyû - Bogen, Dô - der Weg) ist eine der alten klassischen japanischen Kampfkünste und gilt als die wirkungsvollste Distanzwaffe der Samurai. Entwickelt zu kriegerischen Zwecken, haben sich die Übungen allmählich zu einer kunstvollen Disziplin entwickelt, die Körper und Geist gleichermaßen fördert. Durch das Üben werden Konzentration und Koordination geschult und die Körperwahrnehmung und das Körpergefühl gestärkt.

Die Kunst des japanischen Bogenschießens hat daher auch meditative Aspekte. Disziplin, Aufmerksamkeit, Konzentration und innere Ruhe sind die wichtigsten vier mentalen Fähigkeiten, die man zum japanischen Bogenschießen braucht oder erlernen sollte.

Obwohl der Bogen mit Einführung der Feuerwaffen in Japan im 16. Jahrhundert seine militärische Bedeutung verlor, wurde die Kunst des Bogenschießens weiter hoch geschätzt und die Traditionen der Bogen-Schulen bis in die Moderne weiterentwickelt. 

Die wichtigsten Schulen (Ryu) des Japanischen Bogenschießen, die auch heute noch existieren, sind die Heki Ryu, die Ogasawara Ryu und die Honda Ryu. Innerhalb der Schulen gibt es dann auch oft noch unterschiedliche Lehrrichtungen (Ha), die von den Lehrern an die Schüler weitergegeben werden.

In der Heki Schule gibt es dabei nicht nur das Schießen im breiten Stand, sondern auch im Kniestand, wie es im Krieg von Samurai zu Fuß häufig verwendet wurde. Im Shomen Stil wird z. B. auch förmliches Schießen gepflegt, bei dem der Schütze von zwei Assistenten unterstützt wird.

Die differenzierte Art, wie der Bogen angehoben und gespannt wird („seitliches Heben“ - Shomen oder „zentrales Heben“ - Shamen) ist innerhalb der Bewegungsabläufe der augenfälligste Unterschied. Wichtig ist es jedoch, dass beide Stilrichtungen im Inneren dem gleichen Ziel folgen, nur ihr Weg, in der äußerlichen Form ist verschieden.

Inwiefern in einer Gruppe die Ausprägungen des Stils zum Tragen kommen hängt zudem stark vom Lehrer ab. 

In Deutschland verwenden ca. 90% der Kyudoka den Shamen-Stil nach der Heki Ryu Insai Ha, und ca. 10% den Schomen-Stil.

Im übrigen Europa und auch weltweit ist dagegen der Shomen-Stil weitaus stärker vertreten.  

"Yumi", der Bogen:

Im Gegensatz zu den westeueropäischen Bögen ist der japanische Bogen einfach, asymmetrisch und kommt ohne Visiereinrichtungen oder einer Pfeilauflage aus.

Der Bogen ist meist aus Bambus oder Holz gefertigt und bis zu 2,35 Meter lang. Er hat ein Zuggewicht von 10 kg bis 20 kg. Das Zuggewicht des Bogens wird der Kraft und dem Entwicklungsstand der SchülerIn angepasst.

Der wichtigste Unterschied zu anderen Bögen ist die Asymmetrie. Der Pfeil wird nicht in der Bogenmitte sondern zwischen unterem und mittlerem Drittel abgeschossen. Die Standhöhe beträgt "nur" etwa 15 cm. 

Diesen Bogen zu beherrschen, erfordert ständiges, evtl. sogar lebenslanges Lernen und Üben - ein Merkmal aller japanischen Künste. Denn nicht das Gerät wird perfektioniert, sondern der Mensch entwickelt sich an und mit ihm.

Schießtechnik:

So einfach der Bogen gestaltet sein mag, die Technik des Schießens hat es in sich. Der Hauptunterschied zwischen Kyudo und westlichen Bogenschießformen besteht im "dynamischen" Abschießen des Pfeils durch die linke Hand.

Diese Schießtechnik hängt ursächlich mit der Asymmetrie des Bogens zusammen. Er wird mit einem speziellen Griff der linken Hand gefasst. Der Pfeil wird eingelegt und liegt auf der linken Daumenwurzel. Die Sehne hängt man bei Gebrauch eines "harten" Handschuhs in dessen Daumenkerbe ein. Jetzt wird der Bogen auf die volle Pfeillänge gespannt. Dabei befindet sich die Sehne hinter dem rechten Ohr des Schützen und der Pfeil liegt an seiner Wange an. Der Schuss wird ausgelöst, wenn gezielt Muskeln im Rücken und im ganzen Körper angespannt werden, wenn dabei gleichzeitig die linke Hand drückt und dreht und die rechte Hand eine gegensätzliche Drehung ausführt.

Das Auslösen wird also nicht passiv und lediglich durch Loslassen der Sehne, sondern aktiv herbeigeführt.

Während des Abschusses dreht sich der Bogen aus der Pfeilflugbahn heraus und der Pfeil wird dadurch frei in der Luft beschleunigt.

Durch die aktive Abschusstechnik wird außerdem die Pfeilgeschwindigkeit (ca. 200 km/h) erheblich gesteigert. Die Beweglichkeit der Bogenhand und die Präzision der Zughand ist aber nur möglich, wenn die Schultern locker und entspannt sind (wie auch bei allen anderen Arten des Bogenschießens!). Das erreicht man nur durch ausdauerndes Üben unter Anleitung und durch volle Konzentration.

Interessant ist darüber hinaus, dass diese Art der Schießtechnik auch für das Daumenschießen mit anderen Bögen wertvolle Erkenntnisse bringt!

körperliche Voraussetzungen:

Kyudo ist für jede(n) geeignet, denn Muskelkraft ist bei diesem Sport zweitrangig - sensible Bewegungskoordination ist genauso wichtig. 

Kyudo lässt sich nicht allein erlernen. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Technik, die ständige Anleitung und Korrektur durch einen erfahrenen Meister braucht.

Ohne Anleitung besteht ein hohes Verletzungsrisiko für Ohr, Nase und Unterarm.

Dafür kann Kyudo von jeder/jedem erlernt werden, unabhängig von Körperkraft und Alter.

Wer mit dem japanischen Bogenschießen beginnt und es länger betreibt, lernt viel über sich selbst (sofern dazu bereit!).

Man lernt, Sorgen und Ängste auszuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, dabei Ehrgeiz und Ungeduld durch Gelassenheit und Ausdauer zu ersetzen. 

Im Umkehrschluss ist das stetige Verfeinern und Präzisieren eine gute Schule, um auch schwierigen Alltagssituationen gelassener zu begegnen.

Viele Bogenschützen/-Schützinnen bleiben bis ins hohe Alter aktiv.

Durch das Üben wird der ganze Körper symmetrisch trainiert, insbesondere der Rücken. Die Übungen wirken sich positiv auf Körperhaltung, Balance und Bewegungskoordination aus.

Schießarten:

- Makiwara       Übungs- und Trainingsschießen aus kurzer Entfernung 

- Mato               Trainings- und Wettkampfschießen auf 28 Meter 

- Enteki             Wettkampfschießen auf 60 Meter

- Teki mae         Kriegsschießen im knien

- Kazuya

- Koshiya                           

- Yabusame       Bogenschießen vom Pferd als Wettkampf

- Dosha              "Tempelschießen"

- Sharei              zeremonielles Schießen

- Hikime             zeremonielles Schießen mit dem "Flötenpfeil"

 

ziehe den Bogen - und denke den Pfeil ins Ziel

löse die Sehne  - und lenke den Pfeil ins Ziel

atme aus    - und schöpfe neue Kraft

 

        

  ......die ersten Versuche, mit dem Yumi vom Pferd zu  schießen - aber es klappte ganz gut! 

Mongolensturm Bayern - Schule für berittenes Bogenschießen und Kampfkunst  | www.mongolensturm-bayern.de